Vorschlag zur integrierten Krankenversicherung nur Mediengetöse?

Für eine Zusammenführung der privaten (PKV) und gesetzlichen (GKV) Krankenversicherung haben sich die Bertelsmann Stiftung und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ausgesprochen. Basierend auf eine von beiden Organisationen in Auftrag gegebene Studie fordern sie gemeinsam die Einführung einer sogenannten integrierten Krankenversicherung. Begründet wird dies mit der Ineffizienz des dualen Systems von PKV und GKV.
Die Forderung nach einem integrierten Krankenversicherungssystem durch die Bertelsmann Stiftung und den vzbv steht in Einklang mit den Überlegungen der SPD und der Grünen zur „Bürgerversicherung“. Dabei ist an eine „Einheits Kranken Versicherung“ gedacht, deren Einnahmebasis breiter ist durch eine ausgeweitete Bemessungsgrundlage und höhere Bemessungsgrenzen. Die PKV würde faktisch abgeschafft bzw. auf Zusatzversicherungen reduziert. Die von den beiden Verbänden in Auftrag gegebene Studie vergleicht die Konzepte der Bürgerversicherung von SPD und Grünen hinsichtlich „Gerechtigkeit“, „Nachhaltigkeit“ und „Effizienz“. Sie kommt zum dem Schluss, dass es mit dem SPD-Modell bereits in den mittleren Einkommensbereichen eine spürbar Erhöhung der Gesamtbelastung geben würde. Etwas geringere Belastungen brächte das Konzept der Grünen. „Durch den Studien-Auftrag haben Bertelsmann Stiftung und der Verbraucherzentrale Bundesverband eine für Verbraucher interessante Form der politischen Transparenz geschaffen. Eigentlich werden die Konzepte als unwählbar entlarvt“, wundert sich der Präsident der DGVP e.V., Wolfram-Arnim Candidus. Bis vor einiger Zeit war der Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung Dr. Stefan Etgeton noch selbst als Vertreter der Verbraucherzentrale tätig und politisch u.a. eingebunden in die funktionelle Ausgestaltung der unabhängigen Patientenberatung UPD, die durch Zuwendungen aus der GKV finanziert wird. Somit war er also auch in die Vertretung der Versicherten im G-BA integriert. Nun erfolgt erneut die Offenlegung seiner engen Verbindung mit der Stiftung des Medienkonzerns Bertelsmann. DGVP
Datum: 
04.06.2013