Unterstützung für das Magenband – Gewichtsverlust mit Hormonzusatz

Neuherberg, 21.06.2013. Wissenschaftler des Instituts für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München haben gemeinsam mit amerikanischen Partnern der Universität von Cincinnati einen neuen Ansatzpunkt zur verbesserten Behandlung von Fettleibigkeit entwickelt. Wie die Forscher herausfanden, verstärkt das im Magen-Darm-Trakt gebildete Hormon Glukagon-like Peptide 1 (GLP-1) die Wirkung eines Magenbandes auf den Gewichtsverlust.
Es gibt verschiedene chirurgische Methoden zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. Das Magenband hat gegenüber anderen chirurgischen Methoden den Vorteil, dass die Operation verhältnismäßig unkompliziert und für den Patienten besser verträglich ist. Hinzu kommt, dass das Magenband jederzeit operativ wieder entfernt werden kann. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, dass der erzielte Gewichtsverlust im Vergleich zu anderen chirurgischen Methoden gering ist. Wie die Wissenschaftler herausfanden, kann durch eine Aktivierung des GPL-1-Rezeptors die Wirkung des Magenbandes wesentlich verstärkt werden. Eine Kombination von Band und Hormontherapie führte an fettleibigen Ratten zu annähernd dem gleichen Gewichtsverlust wie ein Magenbypass. Zukünftig wollen die Forscher herausfinden, ob eine Kombination mehrerer im Magen-Darm-Trakt gebildeter Hormone die Wirkung des Magenbandes weiter verstärken kann. "Wir glauben heute, dass Kombinationstherapien das zukünftige Mittel der Wahl für die Behandlung ausgeprägter Adipositas sein werden", so die Forscher. "Eine sogenannte Polytherapie mit chirurgischen und medikamentösen Elementen ist neu und vielversprechend. Diese wurde allerding bisher noch nicht am Menschen durchgeführt."
Datum: 
24.06.2013