Individuelle Wirksamkeit von Chemotherapien

Die Funktion der Mitochondrien – auch als Kraftwerke der Zellen bezeichnet – ist entscheidend dafür, ob und wie einige Chemotherapeutika im Gewebe wirken. Damit haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München ein entscheidendes Zellmerkmal entdeckt, das den Therapieerfolg vorhersagen könnte. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift ‚The Journal of Pathology‘ veröffentlicht.
Das Ansprechen auf eine Chemotherapie bei Krebspatienten kann individuell sehr unterschiedlich sein. Die Gründe hierfür sind vielfältig und weitgehend unbekannt. Wissenschaftlern der Abteilung Analytische Pathologie (AAP) am Helmholtz Zentrum München ist es nun gelungen, einen beteiligten Mechanismus aufzudecken. Dr. Michaela Aichler und ihre Kollegen fanden heraus, dass die Funktion von Enzymen in der Atmungskette, die in den Mitochondrien der Zellen stattfindet, die Empfindlichkeit der Zellen für Cisplatin-basierte Chemotherapeutika steuert. „Die Erkenntnis dieser Zusammenhänge trägt dazu bei, eine verbesserte Vorhersage über die Wirksamkeit bestimmter Chemotherapien treffen zu können“, erklärt Prof. Dr. Axel Walch, Leiter von AAP. „ Möglicherweise lassen sich Mitochondrien bzw. ihre Funktionsenzyme künftig als Biomarker für personalisierte Therapieansätze nutzen.“
Autor: Susanne Eichacker
Datum: 
13.05.2013